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DIE RASSE DER BORDER COLLIES

Die Rasse der Border Collies wurde originär mehr nach den für einen Hütehund wichtigen Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften gezüchtet. Resultat waren Hunde, die äußerlich völlig verschieden aussehen können. Siehe hierzu auch die Artikel Geschichte, Zucht und Vererbung. Erst mit der Anerkennung der Rasse durch den FCI, VDH und der Gründung des Clubs für Britische Hütehunde (CfBrH) wurde ein Rassestandard festgelegt, der auch Zuchtziele nach rein äußeren Merkmalen ermöglicht. In den daraus interpretierbaren zwei grundsätzlich möglichen Ausrichtungen der Zucht spiegelt sich auch das Diskussionspotential Arbeitshund contra Showhund bei der Rasse der Border Collies wieder. Die klassische Zuchtausrichtung der Border Collies als Arbeitshunde wird in Deutschland durch die Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V. (ABCD e.V.) beziehungsweise international durch die International Sheep Dog Society (ISDS) vertreten.


Rassestandard des Clubs für Britische Hütehunde (CfBrH)

Die allgemeine Erscheinung soll die eines wohlproportionierten Hundes sein, wobei die geschmeidigen Außenlinien Qualität, Anmut und vollkommene Ausgeglichenheit in Verbindung mit genügend Substanz zeigen, um den Eindruck zu vermitteln, dass er zur Ausdauer fähig ist.

Wesen

Das Wesen des Border Collies ist eifrig, wachsam, aufmerksam und intelligent. Er ist ein widerstandsfähiger und fleißiger Hütehund mit viel Ausdauer. Niemals sollte er nervös und angriffslustig sein.

Schädel

Der Schädel soll ziemlich breit, das Hinterhauptbein soll nicht vorstehend sein. Die Wangen sollen nicht voll oder rund sein. Die Schnauze soll sich zur Nase hin verjüngen und mäßig, kurz und kräftig sein. Oberschädel und Vorgesicht sollen ungefähr gleich lang sein. Der Stop ist sehr ausgeprägt. Der Nasenspiegel ist schwarz, nur bei braunen oder schokoladenfarbenen Hunden darf sie auch braun sein. Bei blauen Hunden sollte sie eine graue Färbung haben. Die Nasenlöcher sind gut entwickelt.

Augen

Die Augen sollen weit auseinanderstehend, oval, mandelförmig, von mittlerer Größe und braun sein. Bei Blue-merles dürfen ein oder beide Augen oder teilweise eines oder beide blau sein. Der Ausdruck ist sanft, eifrig, aufmerksam und intelligent.

Ohren

Die Ohren sind von mittlerer Größe und Beschaffenheit, gut auseinander gesetzt. Sie werden aufrecht oder halb gekippt getragen. Der Gehörsinn muß gut entwickelt sein.

Gebiss

Das Gebiss soll ein perfektes und gleichmäßiges Scherengebiss sein. Die Schneidezähne des Oberkiefers fassen dicht über die Zähne des Unterkiefers und stehen im rechten Winkel zum Kiefer. Zähne und Kiefer sind kräftig.

Nacken

Der Nacken ist von guter Länge, kräftig und muskulös, leicht gewölbt und zu den Schultern hin breiter werdend.

Vorderbeine

Die Vorderbeine stehen parallel (von vorne gesehen). Die Pfoten sind etwas abgeschrägt (von der Seite gesehen). Die Knochen sind kräftig, aber nicht plump. Die Schultern sind gut zurückgelegt und Ellbogen dicht am Körper anliegend.

Körper

Der Körper ist athletisch in der Erscheinung, die Rippen sind gut gerundet, der Brustkorb ist tief und ziemlich breit. Die Lenden wirken tief und muskulös. Der Hund ist etwas länger als hoch.

Hinterhand

Die Hinterhand ist breit und muskulös, von der Seite gesehen anmutig abfallend bis zum Rutenansatz. Die Oberschenkel sind lang, tief und muskulös mit gut gewinkelten Kniegelenken und kräftigen, tiefgestellten Sprunggelenk. Vom Sprunggelenk zum Boden sollen die Hinterbeine gute Knochen aufweisen und, von hinten gesehen, parallel stehen.

Pfoten

Die Pfoten sind oval in der Form, die Ballen sind gut gepolstert, kräftig und fest. Die Zehen sind leicht gewölbt und dicht zusammenliegend. Die Nägel sind kurz und kräftig.

Rute

Die Rute ist mäßig lang, wobei das Knochenende mindestens bis zum Sprunggelenk reicht. Sie ist tief angesetzt und gut behaart. Am Ende soll sie einen Aufwärtsschwung zeigen, um die anmutige Kontur und Harmonie des Hundes zu unterstreichen. Die Rute darf in der Erregung gehoben, jedoch nie über dem Rücken getragen werden.

Bewegung

Die Bewegung ist frei, geschmeidig und unermüdlich. Die Pfoten sollen nur minimal angehoben werden, um so den Eindruck zu vermitteln, der Hund sei fähig, sich mit großer Heimlichkeit und Schnelligkeit zu bewegen.

Haarkleid

Das Haarkleid ist entweder mittellang oder kurz. In beiden Fällen ist das Deckhaar dicht und von mittlerer Struktur, das mit der weichen und dichten Unterwolle einen guten Wetterschutz ergibt. Beim mittellangen Fell bildet das reichliche Haarkleid eine Mähne, Hosen und eine gut behaarte Rute. An Gesicht, Ohren, Vorderbeinen (ausgenommen die Befederung), an den Hinterläufen von den Sprunggelenken bis zum Boden, soll das Haar kurz und glatt sein.

Farben

Eine Vielfalt von Fellfarben und Fellzeichnungen sind zulässig, weiss darf dabei nie vorherrschend sein:

Insbesondere Merle-Farben sind seltener.


Größe

Die Größe beträgt bei Rüden idealerweise 53 cm, Hündinnen sind etwas kleiner.


Bewertung

Als Fehler gilt jede Abweichung von den genannten Punkten. Dem Grad der Abweichung entsprechend soll der Fehler als mehr oder weniger schwerwiegend gewertet werden. Anmerkung: Rüden sollen zwei sichtbare normale Hoden haben, die vollständig in den Hodensack gefallen sind.


Charaktermerkmale

Der Border Collie ist nach einer bekannten amerikanischen Studie im Hinblick auf Gehorsamsintelligenz die klügste aller Hunderassen. In der Tat gibt es wohl keinen anderen Hund, der so arbeitswillig, arbeitsliebend UND arbeitsbedürftig ist wie diese Rasse. Durch selektive Züchtung hat der Border Collie gelernt, während seiner Arbeit an der Schafherde ein gewisses Maß an Selbständigkeit zu erreichen und gewisse Probleme "alleine zu lösen".

Dabei liebt es der Border Collie, gemeinsam mit seinem Herrn Aufgaben in Angriff zu nehmen. Letzteres ist es, was diese Hunderasse vor allem bei Sportlern überaus beliebt macht: Die Kooperationsbereitschaft, die er mitbringt, die Aufmerksamkeit und verblüffende Lernschnelligkeit machen das Arbeiten angenehm. Doch hier liegt auch die große Gefahr: Wird der Border Collie nicht gefordert, sucht er sich seine Beschäftigung von selbst, dies endet leider häufig (und in zunehmendem Maße) wenig erfreulich. Von Selbstverstümmelungen über Aggressivität bis hin zu einer enormen Zerstörungswut gegenüber Gegenständen kommt alles vor.

Somit kann man zwei Seiten an dieser faszinierenden Rasse beobachten: Der ausgeglichene, richtig und ausreichend beschäftigte Border Collie ist aufgeschlossen, kooperativ, kinderlieb, verschmust und somit der fantastischste Begleiter der Welt. Allerdings ist er auch sensibel und besonders die Rüden können sehr dominant sein.

Diese Mischung macht die Erziehung häufig nicht einfach. Hündinnen sind häufig ein wenig verschmuster, können aber auch ein wenig "zickig" sein. Wird der Hund jedoch unterfordert, zeigt er eine andere Seite: Er neigt zu den schon erwähnten Problemen. Somit sollte man sich, bevor man den Hund anschafft, genau darüber im Klaren sein, was einen erwartet und was der Hund verlangt. Wenn man es schafft, eine gute Bindung zu seinem Partner aufzubauen, belohnt einen der Border Collie mit seiner unbestechlichen Treue. Er würde für seinen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes "durchs Feuer gehen" und alles für ihn tun.


Der Border Collie als Showhund

Wie bereits in der Einleitung angemerkt, wurde mit der Aufstellung eines Rassestandards, der bewusst viel Spielraum für Interpretationsmöglichkeiten bietet, wurde der Border Collie als Schauhund (Showhund) entdeckt. Schon bald wurden vom Britischen Kennel Club sogenannte Anwartschaften auf den Titel Schönheitschampion, auf Championship-Shows vergeben. Zunächst standen der Rasse nur wenige dieser Anwartschaften zu, mit dem steilen Anstieg der Meldezahlen wurden aber mehr und mehr zuerkannt.

Es ist wohl nicht zu leugnen, dass mit dieser Anerkennung des Border Collie als Schauhund bei vielen Züchtern die oberste Priorität nicht mehr auf der Arbeitsfähigkeit, sondern mehr auf dem äußeren Erscheinungsbild dieses Hundes liegt. Dr. Viola Hebeler führt in Ihrem Artikel "Quo Vadis Border Collie - Traumhund oder Problemhund ?" hierzu aus: "Ebenso fällt auf, daß auf Hüteseminaren im Vergleich zu vor 10 Jahren immer weniger begabte Hunde zu sehen sind. Viele Border Collies muß man locken, damit sie um die Schafe laufen. Welch ein Abstieg für den faszinierenden Spezialisten!"

Einflüsse der australischen Border Collies

In den letzten Jahren wird der Border Collie, nicht nur in England, zunehmend von dem "australischen Typ" des Border Collie beeinflusst. Gekennzeichnet sind die australischen Border Collies durch einen häufig sehr viel stärkeren Knochenbau und längeres Fell. Viele dieser australischen Hunde hatten annähernd einen ebenso großen Einfluss auf die Rasse heute wie Legenden wie etwa WISTON CAP ISDS 31.154 oder BOSWORTH COON ISDS 34.186.

Erhalt der Arbeitslinien

Besonders WISTON CAP ISDS 31.154, der 1963 geboren wurde, hatte unzählige Nachkommen, in den meisten Ahnentafeln heutiger Border Collies findet sich dieser Name. Er stammt aus den Linien, die J.M. Wilson züchtete, ein legendärer Züchter und auch Hundeführer auf Hütewettkämpfen. Einer seiner erfolgreichsten Hunde war CAP ISDS 3.036, der als Zuchtrüde 188 registrierte Nachkommen zeugte, etwa International Champion MIRK ISDS 4.438, ein herausragender Arbeitshund. Auch diesen Hunden ist es letztendlich zu verdanken, dass der Border Collie trotz aller Modeerscheinungen immer noch als Arbeitshund beziehungsweise Hütehund gilt und auf der Insel auch in den meisten Fällen so gehalten wird.


Entwicklung der Rasse in Deutschland

In den letzten 10-15 Jahren prägen mehr und mehr die auf Ausstellungen erfolgreichen Hunde die Rasse, ein deutliches Indiz dafür, dass die Wichtigkeit der Hütefähigkeit an Bedeutung verliert.

Der zweifache International Supreme Champion SPOT ISDS 161.819, darf mit etwa 500 Nachkommen ebenfalls zu den einflussreichen Hunden der Rasse Border Collie gezählt werden. Er ist einer der herausragenden Rüden, die großartige Arbeitsfähigkeit gepaart mit einem typvollen Äußeren vererbt haben. Das Blut von SPOT ISDS 161.819 ist auch in sehr vielen deutschen Linien vertreten.

Siehe auch

Literatur

Weblinks


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