Zwinger

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ZWINGER

Der eigene Zwinger

Um einen Zwinger zu gründen, sind verschiedene Schritte erforderlich. Diese werden im Folgenden näher beschrieben.


Mitgliedschaft in einem Verband

Erste Voraussetzung für die Gründung eines eigenen Zwingers ist eine Mitgliedschaft in einem Zuchtverband. Normalerweise muß dieser von der Federation Cynologique Internationale (FCI), dem weltweiten Dachverband aller Rassehundezüchter, und seiner jeweiligen nationalen Vertretung wie beispielsweise dem Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH), anerkannt sein. Für Deutschland ist das der Club für Britische Hütehunde e.V. (CFBRH).

Neben dem Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH) gibt es in Deutschland noch den Internationalen Rassehundeverband (IRV), die Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V. (ABCD e.V.) und der Rassehunde-Zuchtverband Deutschland e. V. (RVD). Jedoch sind diese nicht vom vom VDH beziehungsweise vom FCI anerkannt. Dies bedeutet, jeder VDH-Hund kann in die anderen Zuchtverbände als Zuchthund wechseln aber nicht umgekehrt.

Über die Formvorschriften einer Mitgliedschaft gibt der jeweilige Verband über seine Geschäfsstelle Auskunft.

Bei den folgenden Ausführungen wird davon ausgegangen, dass eine Mitgliedschaft beim Club für Britische Hütehunde e.V. (CFBRH) beantragt wurde.


Sachkundenachweis

Der Sachkundenachweis soll die fachliche Qualifikation des neuen Züchters gewährleisten. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen mindestens sechs Informationsveranstaltungen sowie eine Border Collie Züchtertagung besucht werden. In der Prüfung müssen aus einem theoretisch möglichen Umfang von 600 Fragen 50 von den Prüfern ausgesuchten Fragen beantwortet werden. Mit bestandender Prüfung wird dem neuen Züchter vom Verband die Sachkunde bescheinigt.


Beantragung des Zwingernamens

Der neue Züchter beantragt jetzt gegenüber seinem Mitgliedsverband einen Zwingenamen. Will man beispielsweise eine weltweite Einmaligkeit des Zwingernamens gewährleisten, muss der Namensantrag zur Erlangung des Zwingerschutzes vom CFBRH, VDH und FCI genehmigt werden. Eine nationale Gültigkeit dagegen benötigt dagegen keine Zustimmung des FCI. Die Erlangung eines Zwingerschutzes beinhaltet die Kontrolle der eigenen räumlichen Gegebenheiten durch Vertreter des CFBRH und ist mit einer Gebührenpflicht gegenüber dem Verband verbunden.


Räumliche Gegebenheiten

Über die optimalen räumlichen Gegebenheiten für eine Zucht beispielsweise im Hinblick auf Größe von Wurfkisten, Wurfraumgröße, Auslauf, Freilauf und ähnliches gibt der CFBRH Auskunft.


Festlegung eines Zuchtzieles

Als Züchter sollte man sich über die Ziele der eigenen Zucht im Klaren sein. Dies ist von Züchter zu Züchter verschieden und hat aber unter anderem einen Einfluss auf die Auswahl der Zuchtpartner (Elterntiere).


Auswahl der Zuchtpartner (Elterntiere)

Entsprechend dem Zuchtziel wählt der Züchter auf Basis der Pedigrees, der (Arbeits-)Leistung und dem Erscheinungsbild der potentiellen Zuchtpartner sowie deren Vorfahren die geigneten Elterntiere aus. Hieraus resultiert die Zuchtplanung, da für die Erzielung bestimmter Zuchtziele eine Verpaarung geeigneter Elterntiere über mehrere Generationen hinweg durchgeführt werden muß. Für die Elterntiere muß eine Zuchtzulassung oder -empfehlung erreicht werden. Ein Zuchtwert hilft bei der Beurteilung der Elterntiere.

Erlangung der Zuchtempfehlung

Um eine Zuchtempfehlung des CFBRH zu bekommen, braucht man eine Augenuntersuchung auf die Collie Eye Anomalie (CEA), die zwischen der sechsten und neunten Lebenswoche des Welpen durchgeführt werden muß. Weiterhin darf das sogenannte HD-Ergebnis nicht schlechter wie A sein: dies bedeutet, dass der Hund nicht an Hüftgelenksdysplasie erkrankt ist. Zusätzlich muß der Hund noch mindestens zwei Ergebnisse bei Ausstellungen des CFBRH mit der Wertnote "vorzüglich (V)" erreicht haben.


Zuchtzulassung

Hat der Welpe in der sechsten bis neunten Woche keine Augenuntersuchung auf CEA bekommt er lediglich eine Zuchtzulassung aber keine Zuchtempfehlung. Er braucht jedoch auf jeden Fall eine spätere Augenuntersuchung nach dem 12. Lebensmonat auf Collie Eye Anomalie CEA, Progressive Retina Atrophy (PRA) und Katarakt Kat mit negativem Ergebnis . Das gleiche gilt, wenn er das HD-Ergebnis B hat; bei HD-Ergebnissen C, D und E besteht allerdings Zuchtverbot. Zusätzlich muß der Hund noch mindestens zwei Ergebnisse bei Ausstellungen des CFBRH mit der Wertnote "sehr gut (SG)" erreicht haben.


Zuchtfähiges Alter

Ein Rüde hat das zuchtfähige Alter mit 12 Monaten erreicht, eine Hündin mit 18 Monaten. Das endgültige zuchtfähige Alter kann höher sein, wenn die Bedingungen für die Zuchtzulassung gegeben sein müssen.


Durchführung der Zucht

Sind alle voran beschriebenen Voraussetzungen erfüllt, steht einer Verpaarung der Elterntiere nichts mehr im Wege. Selbstverständlich müssen die biologischen Voraussetzungen auch gegeben sein: dies ist in erster Linie die Läufigkeit der Hündin. Nach vollzogenem Deckakt und Trächtigkeit der Hündin kann man nach 59 bis 64 Tagen mit der Geburt der Welpen rechnen.


Siehe auch

Literatur


Weblinks


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